Tierheilpraxis Martin Föhse

Reittherapeutin Hildegard Grewe

 Hinterm Teich 13

32351 Stemwede - Levern

Telefon und Fax: (05745) 2093

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Erkrankung Borreliose

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einleitung

Meist wird die Borreliose erst im chronischen Stadium erkannt. Beim Pferd findet man selten Zecken im Fell. Es ist aufgrund der Behaarung auch keine typische kreisförmige Rötung um die Eintrittspforte zu erkennen.

Aus einer unbehandelten oder unerkannten akuten Infektion kann eine chronisch Lyme-Borreliose entstehen. Auslöser sind Zecken, die sich mit Borrelia burgdorferi sensu stricto oder Borrelia burgdorferi sensu lato infiziert haben. Beim Blutsaugen übertragen die Zecken der Gattung Ixodes die Erreger. Kann die körpereigene Abwehr die Erreger nicht ausreichend bekämpfen, breiten sich diese im Organismus aus. 

Symptome

Chronische Borreliose verursacht vielfältige Symptome. In unserer Praxis wurden vorgestellt:

· Gangbildstörungen durch Muskelverspannungen, wiederholt auftretende Taktfehler, Fehlstellungen der Gliedmaßen aufgrund Schonhaltung bis hin zu wechselnden Lahmheiten

· Hautveränderungen, Haarausfall bis zum ausgedehnten Ekzem mit massivem Juckreiz

· Augenerkrankungen vom Lidödem, Konjunktivitis, Corneatrübung bis zu massiven Seheinschränkungen

· Verdauungsstörungen mit Bauchschmerzen bis zu akuten Koliken

· Futterverwertungsstörungen bis hin zur Kachexie (Auszehrung)

· Infektanfälligkeit besonders der Atemwege sowie Neigung zur Phlegmonbildung (flächenhaft fortschreitende eitrige Entzündung) bei Wunden

· erhöhte Allergiebereitschaft

· erhöhte Kontaktsensibilität der Haut bis hin zum Headshaking

· erhöhte Hufempfindlichkeit bis zur chronischen Huflederhautentzündung (oft ist Hufschutz erforderlich)

· Verhaltensauffälligkeiten: erhöhte Fluchtbereitschaft, Aggressivität, Überreaktionen auf Stresssituationen, Nervosität, Platzangst, Somnolenz (krankhafte Schläfrigkeit), Lethargie (Teilnahmslosigkeit)

· Organerkrankungen, frühzeitige Arthrosen

Nach unserer Erfahrung sollte der Therapeut bereits bei zwei ausgeprägten Symptomen eine Borrelioseinfektion in Betracht ziehen. Besonders wenn sich Krankheitssymptome unter Behandlung zwar bessern aber nicht ausheilen lassen.

Diagnose

Eine Infektion mit Borrelia burgdorferi kann über einen Antikörpertiter-Test IgG im Blutserum diagnostiziert werden. Ein positiver AK-Titer beweist den Kontakt mit dem Erreger. Ein zusätzlicher Parameter für das Vorhandensein einer Borreliosekerkrankung ist der Western-Blot. Er zeigt u. a. borreliosespezifische Proteinbanden im Blutserum des Pferdes an.

Einen eindeutigen Beweis erhält man durch die direkte kulturelle Anzüchtung des Erregers. Dafür benötigt das Labor eine Biopsie aus der Haut des Tieres. Eine Probe aus der Synovia (Gelenkschmiere) bei Gelenkerkrankungen oder aus der Konjunktivalschleimhaut bei Augenerkrankungen führt auch zur unanfechtbaren Diagnose.

Doch der kulturelle Nachweis ist schwierig. Für die Hautbiopsie kann aufgrund der Fellbehaarung eine Eintrittspforte selten genau lokalisiert werden. Der Erreger breitet sich flächenhaft aus. Es gibt aber auch Stellen, an denen kein Nachweis möglich ist.

Deshalb stützen wir uns in der Praxis auf den AK-Titer und den Western-Blot. Dazu kommt der Langzeitverlauf der Parameter und die Symptomatik des Pferdes. 

Die Proben lassen wir im Labor "ZeckLab" von Frau Dr. G. Liebisch in Burgwedel untersuchen.

Behandlung

Biologische Behandlungsmöglichkeiten der chronischen Borreliose beim Pferd

Eine erfolgreiche naturheilkundliche Behandlung setzt folgende Lebensbedingungen voraus:

· Artgerechte Haltung mit artspezifischem Sozialkontakt und täglichen Klimareizen

· In der warmen Jahreszeit die Tiere vor Insektenbefall (Bremsen, Mücken, Fliegen, Zecken) mit biologischen Mitteln und evtl. Decken oder Netzen schützen; Unterstellmöglichkeit muss frei zugänglich sein

· Art- und leistungsbezogene Fütterung (siehe Fütterungsbeispiel) ohne überhöhtes Proteinangebot mit ausreichend Energiezufuhr und Rohfaseranteilen

· Angemessenes Training mehrmals wöchentlich

· Vermeidung übermäßiger Stresssituationen und übertriebener körperlicher Belastung

· Herabsetzung von zusätzlichen Infektionsquellen (wechselnder Tierbestand, Turniersport, Klinikaufenthalte, fremde Ställe, Reithallen, ...)

· Nur lebensnotwendige Impfungen

 

Die biologische Behandlung erstreckt sich bei uns über ein fünfstufiges Konzept. 

· Die Behandlung beginnt nach einer Entgiftung mit einer mehrwöchigen Modulation des  Immunsystems. 

· Anschließend folgt eine symptomatische Behandlung des vorherrschenden Beschwerdebildes. Danach geht es den Tieren meist deutlich besser. 

· Eine Nosodenbehandlung setzt die spezifische Therapie fort. 

· Nach gelungener Rekonvaleszenz schießt ein Provokationstest den Behandlungskomplex ab.

· Eine vorbeugende Stimulierung des Immunsystems sollte auch bei Beschwerdefreiheit jährlich wiederholt werden. Diese wird in der Hauptbelastungszeit der Zecken im Frühjahr und Spätsommer eingesetzt.

 

 

 

Wie die Therapie im Einzelnen aussieht, finden Sie in der Zeitschrift: ""Biologische Tiermedizin",
Ausgabe 3/2001 auf Seite 68 - 82 und Ausgabe 2/2005 auf Seite 34 - 39.
Kommentar zur Publikation (Prof. Dr. A. Liebisch, ZeckLab, Burgwedel)

(Ich möchte mich hier schon einmal, von der falschen Titulierung in der Adresse distanzieren! Sie wurde auch schon bei der Firma Zecklab geändert, was aber leider nicht mehr für dieses Schreiben möglich war!)

 

 

 

Die Zeitschriften können bezogen werden beim
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